Local Heroes – Spielbericht der Aachen Vampires vs. Remscheid Amboss

aachenambossMit dem Rückspiel gegen den Remscheider Amboss stand für die Aachen Vampires an diesem 6. Spieltag das vermutlich wichtigste Spiel der Saison an.

Durch ein 27:0 im Hinspiel hatte man sich punktemäßig ein dickes Polster im direkten Vergleich erspielt und die Angst vor dem Abstieg vorerst den Remscheidern überlassen. Jedoch erreichte Remscheid am 5. Spieltag ein hart erkämpftes Unentschieden gegen die Troisdorf Jets und konnten so im Falle eines Sieges an den Vampires vorbeiziehen und die Rote Laterne an diese abgeben. (Für einen detaillierten Blick auf die Tabelle bitte hier klicken.)

Wer sich anhand dieser heiklen Konstellation auf ein spannendes und leidenschaftliches American Football Spiel gefreut hatte wurde an diesem sonnigen Samstag keinesfalls enttäuscht.

Remscheids Offense angeführt durch Quarterback Eli Shoemaker und den absoluten Ausnahme Running Back Jeffrey Dubose startete das Spiel nach dem Kickoff von ihrer eigenen 40 Yard Linie. Schon im Anschluss an das erste geholte First Down des Amboss zeigte Aachens Defense Tackle #75 Christoph Wenn mit einem blitzschnellen Tackle for loss (-1 Yard) das die Aachener Defense keinesfalls Lust hatte sich heute dem starken Laufspiel der Remscheider zu ergeben. Dennoch gelang es dem Amboss heute mehrmals und zu oft in wichtigen 4th&short Situationen die wenigen fehlenden Yards zu Fuss durchzudrücken.

Nach einem Sack für 5 Yards Raumverlust und zwei fehlgeschlagenen Versuchen diesen wieder auszugleichen erzielte Remscheids Kicker Robin Spiegel ein beeindruckendes 45 Yard Field Goal und brachte den Amboss mit 3:0 in Führung.

aachenremAachens Angriff, geschwächt durch Mike McLaffertys Verletzung vor zwei Wochen, nun angeführt von Quarterback Nils Laurenz erspielte sich in ihrem ersten Drive vier neue First Downs und zeigte sich den Remscheidern durch einige gut funktionierende Sweep und Option Plays schwer einzuschätzen. Mehrere knapp fehlgeschlagene Passversuche von der 17 Yard Linie und der verletzungsbedingte Ausfall von Wide Receiver #17 Niclas Kahlen zwangen aber auch Aachen zum Field Goal Versuch. Aachens Nummer 1 Tobias Jarmuzek verfehlte jedoch knapp.

Remscheid übernahm wieder das Ei. Eine Reihe guter Tackles der Aachener Laufverteidigung um #97 Fabian Otto und #59 Gregor Barg beendete Remscheids Drive nach 25 Yards und zeitgleich auch das erste Viertel.

Zu Beginn des zweiten Viertel erwischte Aachen eine äußerst schlechte Startposition nachdem der Punt der Remscheider kurz vor der Endzone liegen blieb. Allroundtalent #43 Marc Scherenberg schaffte sich und seiner Offense etwas Luft indem er das Ei knapp über 30 Yard trug. Eine der heute eher selten geworfenen gelben Flaggen warf die Vampires Offense jedoch wieder zurück. Der Line Schiedsrichter erkannte ein Holding in den Aachenern Reihen.

Remscheid bekam wieder den Ball und drückte erneut einen vierten Versuch durch die Aachener Reihen, bevor Remscheids Running Back Jeffrey Dubose zeigte warum er und seine eindrucksvollen Ausweichbewegungen bei allen Defense Einheiten der Regionalliga ein gefürchteter Gegner ist. Von der eigenen 45 Yard Linie aus fängt Dubose einen gut ausgeführten Screen Pass, der die bisher eigentlich solide aufspielende Verteidigung der Vampires auf dem falschen Fuss erwischt, und erläuft nach 50 Yard den ersten Touchdown des Spiels. PAT ist gut und es steht zur Halbzeit 0:10 gegen die Aachen Vampires die sich das heute eigentlich anders vorgestellt hatten.

Nachdem man das dritte Viertel erneut mit einem glücklosen Drive mit anschließendem Punt begonnen hat, wiederholte Remscheid das gleiche Spielchen wie aus Halbzeit Eins. Drei First Downs, ein ausgespielter vierter Versuch und wieder Jeffrey Dubose mit einem langen Lauf über 25 Yard in die Endzone. 0:17 und der Klassenerhalt plötzlich in recht weite Ferne gerückt.

Doch nun zeigten die Aachen Vampires eine Qualität für die man sie einfach mögen muss. In jedem der bisherigen Spiele zeigte man, völlig unbeeindruckt vom Ergebnis und der Stärke des Gegners, einen Willen das Spiel weiterzuspielen und zu gewinnen. Headcoach Juri Saragazki entlastete den keineswegs schlecht spielenden, jedoch heute etwas glücklosen QB Nils Laurenz und stellte mit Tobias Jarmuzek einen erfahrenen Vampires Veteran als Quarterback auf den Platz.

Der 1.95m große Ballverteiler strahlte vom ersten Play an eine nicht zu ignorierende Gefahr als Ballträger aus und erzielte auch sofort an die 20 Yards zu Fuss. Auch der Rest der Offense wollte sich in diesem Spiel nicht geschlagen geben und Aachen begann über das Feld zu marschieren. Pässe auf #43 Marc Scherenberg und #6 Florian Eichhorn wechselten sich mit Läufen von Running Back #27 Askan Adloo ab, welcher heute im Zusammenspiel mit der gewohnt starken Aachener Offense Line immer wieder die wichtigen Yards gemacht hat und ein solider Rückhalt für die Aachener Offense darstellte. So zog man in kürzester Zeit von der eigenen 25 Yard bis vor die Endzone des Amboss und es war eben dieser Ashkan Adloo der auch die ersten Aachener Punkte aufs Board brachte indem er sich durch die Mitte in die Touchdownzone tankte. Den PAT machte QB und Kicker in Person Tobias Jarmuzek zum 7:17.

Das Momentum spielt in einer Sportart wie American Football eine äußerst wichtige Rolle. Dieser kleine, oft kaum wahrnehmbare Moment indem ein Team durch eine plötzliche Leistungsexplosion das Ruder an sich reißt und dem Spiel eine Wendung verpasst, es nochmal spannend macht. Dieses Momentum wurde heute getragen von einem bestens aufgelegten Tobias Jarmuzek und einem wachsamen Cornerback namens #11 Vladim Hahn, der es fertigbrachte in dieser sensiblen Spielphase den ersten Passversuch des folgenden Remscheider Drives in ihrer eigenen Red Zone abzufangen und so seiner Offense den Ball an der gegnerischen 20 Yard zurückgab.

Wieder ging der Ball an #27 Ashkan Adloo, der seinen Job erfüllte und innerhalb von zwei Laufversuche den nächsten Touchdown für sein Team erzielte.

Die Remscheider sahen das Spiel langsam aus den Fingern gleiten und lehnten sich gegen die drohende Wende. Dies schien zuerst auch vorzüglich zu funktionieren, denn wieder war es Jeffrey Dubose, der erst einen gemufften Punt über 25 Yard trug, und anschließend einen beeindruckenden Lauf von über 60 Yard ablieferte der erst 2 Yards vor der Aachener Endzone gestoppt werden konnte. Doch das beschriebene Momentum hielt stand, und Remscheid wurde für ein Holding bestraft welches den riesigen Raumgewinn zunichte machte. Der Amboss geriet nun ausser Tritt und musste sich nach einigen weniger erfolgreichen Versuchen wieder vom Ball trennen.

Diese Möglichkeit ließ sich die nun bestens aufgelegte Vampires Offense nicht nehmen und marschierte wieder von der 25 Yard über das gesamte Feld. Lange Pässe auf #43 Marc Scherenberg und #18 Dominik Pletz sorgten für die großen und Läufe von #27 Ashkan Adloo für die kleinen Raumgewinne und so stand es plötzlich 21:17 für die Aachen Vampires. 21 Punkte in einem Viertel und die in dieser Saison bisher dominanteste Vorstellung der Aachener Offense drehten das Spiel auf den Kopf.

dubose

Jeffrey Dubose in Aktion

Doch Remscheid gab sich nicht geschlagen. Zu Beginn des letzten Viertel brauchte man wieder nur drei Spielzüge und einen 60 Yard Touchdown Lauf von Dubose um mit 24:21 die Führung wiederherzustellen. Teils unglaublich was Dubose da an Tackles brechen kann und was für Cuts dieser Mann läuft. Die Aachener Defense hatte alle Hände damit zu tun diese Klasse an Laufspiel halbwegs zu unterbinden, was aber zu selten gelang.

Aachen antwortete abermals mit einem langen Drive von der eigenen 25 Yard Linie. Quarterback Tobias Jarmuzek setzte seiner Leistung das Krönchen auf indem er selber einen gut angetäuschten QB Run für 50 Yards kurz vor die gegnerische Endzone trug und somit #16 Nils Laurenz und #27 Ashkan Adloo die Möglichkeit gab das Ergebnis auf 28:24 hochzudrehen. Dieses Spiel hatte ordentlich Fahrt aufgenommen und durch die vielen Scores auf beiden Seiten war es für die Zuschauer ein sehr spannendes und unterhaltsames Ereignis geworden.

Die Verteidigung der Vampires rund um Defense Coordinator Lorenz Viethen hatte nun genug von Jeffrey Dubose langen Läufen und hielt ihn in den folgenden beiden Drives der Remscheider bei überschaubaren Yards und konnte sich somit zum richtigen Zeitpunkt auf seine Beweglichkeit einstellen. Man zwang Remscheid mehrmals in den vierten Versuch und schaffte es so kurz vor Ende des Spiels einen Turnover on Downs an der Remscheider 39 Yard Linie zu erzeugen welches dann nur noch von den Aachenern abgekniet wurde.

Ein ganz tolles Comeback nach einem 0:17 Rückstand gegen ein gefährliches und engagiertes Team aus Remscheid. Der Willen ein Spiel mit dem Ergebnis innerhalb eines Viertels zu drehen und das Talent dieses Spiel dann nach Hause zu fahren macht aus den Aachen Vampires einen berechtigten Sieger und zeigt daß dieses Team das Zeug hat in den nächsten Jahren ein ernstzunehmender Teil der Regionalliga zu werden.

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Das Team der Aachen Vampires

Bilder mit freundlicher Unterstützung von Sportfotografie.de

Links:

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Remscheid Amboss

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